As long as you love me

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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Overwhelmed.

...after being underwhelmed for quite a long time. ;)

Heute ist der Tag der deutschen Einheit. Und ausgerechnet heute fühle ich mich England besonders nah. 

 

in England you can almost touch clouds...

Manchmal habe ich solche Momente- wie jetzt- in denen ich da sitze, nachdenke und dann gar nicht wirklich glauben kann, dass ich wirklich in England bin.

Und dann treffe ich immer wieder Menschen – im Supermarkt, an der Bushaltestelle oder irgendwo in der Stadt- und dann weiß ich wieder, warum ich schon damals mit 14 Jahren immer für eine längere Zeit nach England kommen wollte.

Heute an der Bushaltestelle zum Beispiel. Als ich dort ankam, saß dort bereits eine ca. 70jährige Omi und wartete. Sie fragte mich dann, ob das der richtige Bus ins Zentrum sei. Ich hab‘ ja gesagt und dann erzählte sie mir, dass sie grad ihren Enkelsohn von seiner Mutter zu seinem Vater gebracht hat und nun ein paar Besorgungen machen möchte. Im Laufe dieses Gesprächs fragte sie mich dann woher ich komme und ich habe es ihr erzählt.
Ich meinte dann, dass ich Arbeit suche und jetzt erstmal eine NI-Nummer beantragen und ein Bankkonto eröffnen möchte.
Daraufhin hat sie mir Tipps gegeben, wo ich nach Jobs fragen kann, dass in Manchester überall die Fernsehsender sitzen und dass der Pub an der Ecke eigentlich immer nach staff sucht.
Im Bus haben wir dann noch weiter geredet und sie hat mir noch gezeigt, wo in der Stadt ich finde, was ich suche .
Als wir ausgestiegen sind, sagte sie zum Abschied: „I wish you all the best darling and I hope you’ll find a job soon. Welcome to our country!“
Und das war nur eins von unzähligen Beispielen.
Der Busfahrer beispielsweise. Als ich eingestiegen bin, meinte ich: „I need to get off at the city centre, which stop is it?” Er hat es ausführlich erklärt und als ich ausgestiegen bin, meinte er: “And when you get back, just look for bus no. 17 or 17a. It’s at Bay No. 17 and will take you right back. If you shouldn’t find it, ask anyone, they’ll help you.“
Ich war ganz überfordert!
Schon im Supermarkt, jedes Mal wird man gefragt ob man Hilfe beim Einpacken braucht…

Ach, oder heute, beim Aufladen meiner Prepaid-Karte im Kiosk: „Hi there dear, how are you, how can I help you?“
„Do you sell Lebara top-up cards?“
“Sure darling, how much do you need?”
Einfach dieser “normale”, “alltägliche” Umgangston miteinander macht Alltagssituationen so viel angenehmer.
Ich kann gar nicht anders als dauernd lächelnd durch die Gegend zu latschen, weil mir niemand einen Grund gibt, vermufft zu schauen. Niemand ist unhöflich, rennt dich um oder quatscht dich blöd an. Und sich anstellen, egal wo, ist soooo angenehm und entspannt, da macht es überhaupt nichts aus, wenn man auf etwas warten muss.

Was für Lobeshymnen! So möchte ich irgendwann auch mal von einem Mann schwärmen können! :D
Oder ich halte es weiterhin wie Queen Elizabeth I., die gesagt hat:
„I don’t need a husband. I’m married to England.“


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