As long as you love me

As long as you love me
Home is where your heart is

Mittwoch, 9. Januar 2013

Family life

Family life

...und auf einmal habe ich 2 kleine Kinder- und eine Katze.



Da bin ich endlich wieder.
Ich halte mich jetzt mal etwas allgemeiner, da so viel Neues gar nicht mehr passiert.
England fühlt sich inzwischen wie ein zweites Zuhause an, nicht zuletzt dank Katie, Dom, Ruby und Pops.
Nachdem ich seit ich 19 bin allein wohne, war es erst mal eine totale Umstellung, wieder in einer Familie zu leben- mit zwei Fünfjährigen dazu- und mit Katze statt Hund!
Aber alle vier haben mir die Umstellung leicht gemacht, und ich habe mich schnell an den Alltag gewöhnt.
Unser Alltag sieht so aus:
Morgens stürmt Ruby in mein Zimmer, schmeißt sich auf mich und ruft „Morning Britta, it’s breakfast time! Wakie!!“ Jeden Morgen, ehrlich. Und jeden Morgen freut sie sich über mein Gary Barlow (sorry, Nerry Garlow!) T-Shirt, in dem ich penne. Sie und Dom sind fest davon überzeugt, dass ich ihn mal heiraten werde.
Wir frühstücken dann zu C-Beebies (kenne mich inzwischen recht gut mit Pokemon aus), dann schnell die Schuluniformen anziehen, Lunchboxes packen und um kurz nach 8 geht’s los. 

ready for school.

Wenn abends um 6 alle nach Hause kommen, kochen Katie und ich zu nem Rotwein (den ich jetzt mag!) und essen dann tea. Um 7 kommt Emmerdale- ne englische Soap. Erst dachte ich, oh Gott, was ist DAS? Cool ist aber, dass alle in der Serie dauernd in den Pub gehen, Bier trinken und auch mal betrunken sind und rauchen. Hat mich schon immer genervt, dass bei GZSZ alle entweder COLA oder SAFT bestellen. Sehr realistisch!
Andere Sendungen sind ziemlich gewöhnungsbedürftig.
„Embarrasing bodies“, wo gezeigt wird, wie Männer ihre Hoden am besten untersuchen (um 8 Uhr abends übrigens!) oder warum Fürze stinken. Dann gibt’s noch „What happens in Kavos“ und da wird gezeigt, wie besoffene, jugendliche Briten in Griechenland rumpoppen und anschließend mit Geschlechtskrankheiten beim Arzt sitzen- während sie sich noch übergeben, weil sie immer noch stramm sind. 

embarrassing bodies. ich bin immer noch nicht darüber hinweg...


Um halb 8 gehen die Kinder ins Bett, nachdem wir entweder noch „Balloon not allowed to touch the floor“, „Avengers“ oder Prinzessin gespielt haben.
Ruby liebt alles was pink ist und glitzert und Dominic liebt alle Actionhelden und Man United.
Und ich liebe Dom und Ruby. Ich war ja nicht immer ein Fan von Kindern, ich weiß, aber das hat sich total geändert. Und diese beiden sind etwas ganz Besonderes. 

cuddling with Dom and Rubz
Dominic zum Beispiel hat so einen süßen, trockenen Humor. Neulich im Supermarkt fragt er Katie, ob er cupcakes haben darf. Katie dazu: „Dom, those are pink and have butterflies on them.” Dom ganz cool: “Doesn’t matter. I’m gay anyway.”
Und Ruby ist natürlich eine Prinzessin. Als ich vom Gary-Konzert kam, hat sie mich gefragt: „Did Nerry Garlow kiss you?!“, worauf ich leider nein sagen musste. Sie schaute mich ganz traurig an und sagte: „Maybe you didn’t put enough make-up on.“
Wenn die Kinder bei ihrem Papa sind, ist es auf einmal viel zu ruhig im Haus.
Aber Katie und ich finden eigentlich immer ne Lösung gegen dieses Problem.

Katie und ich sind in den letzten Monaten richtig zusammengewachsen, und wir machen eigentlich nichts ohne den Anderen. Aber über unsere „nights out“ muss ich getrennt berichten. ;-)
Wir sind uns in vielen Dingen so ähnlich, was Humor, feiern oder Gefühlskram betrifft.
Der Unterschied ist- was auch bei mir nicht schwierig ist- dass sie die Ordentliche ist, und auf alles einen realistischen Blick hat, was mir total gut tut und hilft. Mein Kopf fliegt ja gern mal weg und ich sehe alles Mögliche, nur nicht das Wesentliche.

friends forever.
Am Samstag feiern wir Katies Geburtstag. Ich freue mich jetzt schon riesig darauf. Weggehen in England ist jedes Mal anders und fast so was wie ein kleines Abenteuer. Dazu bald mehr. :-)

happy shopping nachts im Sainsbury's. jump around.



Donnerstag, 1. November 2012

Angekommen.

Home, sweet home.

“Throw your dreams into space like a kite, and you do not know what it will bring back, a new life, a new friend, a new love, a new country.”
- A. Nin

Gold gefunden!!!

Ich glaube, inzwischen bin ich wirklich in England angekommen. Ich fühle mich zuhause, ich fühle mich wohl und ich weiß mittlerweile, wo ich was im Supermarkt finde. Der Busfahrer kennt mich und ich kenne die Frau, die jeden Morgen um 5 nach 8 mit dem Bus in die Stadt zur Arbeit fährt.


Ich habe den morgendlichen Nebel gesehen, einen Kater gehabt, Halloween gefeiert, eine blöde Taxifahrerin gehabt, Ämter besucht, bei McDonald’s einen Wrap gegessen und mittags im Pub ein Bier getrunken.
Ich bin abends zum Feiern ohne Jacke losgegangen, habe mir die Nägel machen lassen und mit dem Kassierer im ASDA über Katzen gesprochen.
Ich habe Quorn für mich entdeckt und kann jetzt indisch kochen.
Ich habe Toffee-Cider probiert, habe Ruby gezeigt wie die Queen ihrem Volk zuwinkt und wurde von Dominic bei Temple Run besiegt.
Ich habe neue Wörter gelernt, den Slang kapiert und meinen Namen in zehn verschiedenen Ausdrucksweisen gehört (Bri-a, Brieeeta, Br-a, Bridge, Brittany, Britain, Brit, Britt-ah).


So proud- the first letter to this adress!


Sunshine in the neighbourhood

Ob ich Deutschland vermisse?
Klar vermisse ich meine Familie, Freunde und Pumi.
Ich vermisse auch Tütensuppen mit vielen E’s darin (hier nur in Dosen und dann auch noch ziemlich gesund…) und Krombacher.
Ich vermisse es, Samstags irgendwohin zu gehen und ein Werder-Spiel zu schauen.
Ich vermisse Sonntagabends Navy CIS zu schauen und danach stundenlang mit Annika zu telefonieren.
Ich vermisse Gassirunden mit Ela und Pumi und die Sprite und das PompDuck-Brötchen dazu.

Es gibt aber auch Sachen, die ich nicht vermisse und ohne die ich viel besser leben kann.
Und dazu gehören auch Menschen, klar.
Freunde, die keine mehr waren.
Gedanken, die sich immer im Kreis gedreht haben und zu nichts geführt haben.
Lustlosigkeit, die immer größer geworden war.
leaving the room (by Ruby)
Das Arbeitsamt.
Der Tag der Norddeutschen und alles, was damit (für mich) zusammenhängt.
Hannover 96 und der Hype darum, und ebenfalls alles, was damit (für mich!) zusammenhängt.

Die Jobsuche war schwieriger, als ich anfangs dachte. Gleichzeitig bin ich aber auch viel motivierter gewesen als ich es in Hannover war und das wiederum hat alles etwas einfacher gemacht.

Ich habe im letzten Monat- auch wenn das jetzt bescheuert klingt- mehr zu mir selber gefunden. Ich fühle mich wohler in meiner Haut und bin mir in einigen Dingen klarer darüber, was ich will und was ich nicht will.
Ich habe neue Ziele und ich habe einen Plan.
Und eins ist mir jetzt auf jeden Fall klar:
Manchmal muss es ein Ende geben, damit es einen neuen Anfang geben kann.





Samstag, 13. Oktober 2012

Just another evening...

Just another evening...


Freitagabend. Ich und die Katze. Und ein paar Gedanken, die so im Kopf herumschwirren.


Here I am again. Friday, October 12th.
Pops und ich schauen grad Emmerdale (big drama: Karl hat seinen Bruder rausgeschmissen!), ich trinke ein Stella und läute das Wochenende ein.
Heute war ein recht erfolgreicher Tag.
Morgens bin ich in die Stadt gefahren, da meine Bank noch meinen Perso und einen Adressnachweis im Original brauchte. Trotz einiger Probleme (die Frau am counter hatte noch nie einen deutschen Perso gesehen, woraufhin ich ihr die Gesetze der EU erklären musste… ;)!) hat alles gut geklappt und die Karte wird mir in den nächsten Tagen zugeschickt.
Heute hab ich auch wieder was gelernt: In Southampton heißt *cheers* tschüss und im Norden heißt es danke. Anfangs war ich sehr verwirrt davon.

Cool war heute auch: als ich an der Bushaltestelle saß, hielt ein Auto an und ein Mann fragte mich nach dem Weg, den ich dann sogar wusste!!! Das war echt ein schönes Erlebnis, auch wenn es eine Kleinigkeit war. Aber ich habe mich dadurch irgendwie heimisch gefühlt.

Katie ist immer noch in der Türkei, aber scheinbar gewöhnt man sich an alles. Ich finde es zwar nicht schön, allein zu sein, aber es ist okay- außerdem ist Popstis ja auch noch da!

Memo an mich: Gibt es in jedem größeren englischen Ort einen Pub, der „Prince of Wales“ heißt? Irgendwie sehe ich überall einen. Und- unwichtig- aber ist damit Charles, William oder Harry gemeint? Haha!

Mich wundert es, dass mir das deutsche Bier nicht fehlt… ich mag Lager eigentlich ganz gerne. Und auch der Wein schmeckt mir hier.
Ach ja, das englische Essen, das ist wirklich lecker, versprochen! Klar ist Mintsauce nicht jedermanns Sache, aber es gibt so unglaublich viele Angebote und Alternativen, besonders für Vegetarier. Auf jedem Produkt, was man im Supermarkt kauft (sei en es Nudeln oder Marmelade(!!!)) steht, ob es suitable for vegetarians and/or vegans ist.  Das gefällt mir echt gut. Auch die Restaurants sind etwas weiter, was das angeht. Hinter jeder vegetarischen Speise ist ein V in grün abgebildet, sogar bei McDonald’s oder PizzaHut.

Was mir hier aber sehr fehlt, ist das stundenlange telefonieren mit meinen Freundinnen, besonders mit Annika und ganz besonders an Sonntagen- das ist so ein Ritual von uns. Das geht nun mal nicht so gut jetzt hier.
Und man kann nicht mal eben anrufen und sich verabreden, wenn einem langweilig ist.
Aber irgendwann geht das auch wieder, und ich habe ja auch hier schon nette Leute kennengelernt.
Jedenfalls denke ich an euch alle!!!
Und an meine Familie natürlich. Mama sehe ich nächste Woche in London. Aber Papa, Enge, Oma und Dörchen- wenn einer von euch das liest- ich vermisse euch und hab euch lieb!

So, nun ist Emmerdale fast vorbei.
Und Karl hat nicht nachgegeben!!!! ;)

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Manchester mal anders

In the name of football!

...und zwar mal nicht wegen Take That, sondern um zum Fussball zu gehen. Manchester City gegen Sunderland. Und Besuch von Anja aus Hannover. Krönender Abschluss in Liverpool (wo ich -ohne es zu wollen- zweimal gelandet bin...)!



 Nach genau 22 Tagen in England bin ich heute zum ersten Mal allein. Ich sitze grad in meinem Zimmer bei Katie, die Katze neben mir, und schaue NCIS.
Am Samstag habe ich Anja aus Hannover getroffen und war mit ihr beim Spiel Manchester City gegen Sunderland, schon um viertel vor 1 mittags war Anpfiff.
Hinterher waren wir im Mary D’s Pub, ein ManCity-Pub, der riesengroß ist.
Am Abend waren wir dann noch in Manchester unterwegs- erst in diversen Karaoke-Bars und später im „Mojo“-Club.

 Am Sonntag dann mein *HORRORtrip*.

 

Mit dem Zug von Manchester nach Warrington fährt man normalerweise 15 Minuten. Nach 20 Minuten wunderten wir uns und erfuhren dann, dass Warrington wegen Straßenarbeiten nicht angefahren wird. So landeten wir dann in Liverpool.
Der Mann am Ticketschalter erklärte mir, ich müsse den Zug nach Newton-le-Willows (wo auch immer das sein sollte) und anschließend von dort einen Bus nach Warrington nehmen.
Mit einer Stunde Verspätung kam ich auch tatsächlich in Newton an- der Bus war allerdings weg. Nach einer weiteren Stunde Wartezeit kam er dann.
In Warrington angekommen hab ich direkt den falschen Bus genommen und landete- statt zuhause- am anderen Ende der Stadt.
Mir war kalt, ich war müde und hatte Hunger, also habe ich mir ein Taxi gerufen.
Um 11 waren wir in Manchester gestartet- um halb 5 war ich endlich zuhause.
Dort habe ich dann erstmal ein Bad genommen und eine heiße Suppe gegessen.
Anja kam dann abends doch noch.
Am Montag sind wir dann zusammen nach Liverpool gefahren- auf den Spuren der Beatles! 
 
Besuch aus Hannover in Liverpool!


I bet my Mum is jealous now! ;)

the famous Cavern Club- She loves you yeah yeah yeah!


Und nun bin ich also allein. Aber ich habe genug zu tun, und so komme ich auch mal wieder dazu, mich um meine Fernschule zu kümmern.

Ich grüße euch alle ganz lieb!!! Bald gibt’s sicher wieder spannendere Themen, sobald ich wieder unter Leuten bin!

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Overwhelmed.

...after being underwhelmed for quite a long time. ;)

Heute ist der Tag der deutschen Einheit. Und ausgerechnet heute fühle ich mich England besonders nah. 

 

in England you can almost touch clouds...

Manchmal habe ich solche Momente- wie jetzt- in denen ich da sitze, nachdenke und dann gar nicht wirklich glauben kann, dass ich wirklich in England bin.

Und dann treffe ich immer wieder Menschen – im Supermarkt, an der Bushaltestelle oder irgendwo in der Stadt- und dann weiß ich wieder, warum ich schon damals mit 14 Jahren immer für eine längere Zeit nach England kommen wollte.

Heute an der Bushaltestelle zum Beispiel. Als ich dort ankam, saß dort bereits eine ca. 70jährige Omi und wartete. Sie fragte mich dann, ob das der richtige Bus ins Zentrum sei. Ich hab‘ ja gesagt und dann erzählte sie mir, dass sie grad ihren Enkelsohn von seiner Mutter zu seinem Vater gebracht hat und nun ein paar Besorgungen machen möchte. Im Laufe dieses Gesprächs fragte sie mich dann woher ich komme und ich habe es ihr erzählt.
Ich meinte dann, dass ich Arbeit suche und jetzt erstmal eine NI-Nummer beantragen und ein Bankkonto eröffnen möchte.
Daraufhin hat sie mir Tipps gegeben, wo ich nach Jobs fragen kann, dass in Manchester überall die Fernsehsender sitzen und dass der Pub an der Ecke eigentlich immer nach staff sucht.
Im Bus haben wir dann noch weiter geredet und sie hat mir noch gezeigt, wo in der Stadt ich finde, was ich suche .
Als wir ausgestiegen sind, sagte sie zum Abschied: „I wish you all the best darling and I hope you’ll find a job soon. Welcome to our country!“
Und das war nur eins von unzähligen Beispielen.
Der Busfahrer beispielsweise. Als ich eingestiegen bin, meinte ich: „I need to get off at the city centre, which stop is it?” Er hat es ausführlich erklärt und als ich ausgestiegen bin, meinte er: “And when you get back, just look for bus no. 17 or 17a. It’s at Bay No. 17 and will take you right back. If you shouldn’t find it, ask anyone, they’ll help you.“
Ich war ganz überfordert!
Schon im Supermarkt, jedes Mal wird man gefragt ob man Hilfe beim Einpacken braucht…

Ach, oder heute, beim Aufladen meiner Prepaid-Karte im Kiosk: „Hi there dear, how are you, how can I help you?“
„Do you sell Lebara top-up cards?“
“Sure darling, how much do you need?”
Einfach dieser “normale”, “alltägliche” Umgangston miteinander macht Alltagssituationen so viel angenehmer.
Ich kann gar nicht anders als dauernd lächelnd durch die Gegend zu latschen, weil mir niemand einen Grund gibt, vermufft zu schauen. Niemand ist unhöflich, rennt dich um oder quatscht dich blöd an. Und sich anstellen, egal wo, ist soooo angenehm und entspannt, da macht es überhaupt nichts aus, wenn man auf etwas warten muss.

Was für Lobeshymnen! So möchte ich irgendwann auch mal von einem Mann schwärmen können! :D
Oder ich halte es weiterhin wie Queen Elizabeth I., die gesagt hat:
„I don’t need a husband. I’m married to England.“